{"id":72,"date":"2020-01-02T20:08:47","date_gmt":"2020-01-02T19:08:47","guid":{"rendered":"http:\/\/archiz.info\/?page_id=72"},"modified":"2020-01-05T21:02:44","modified_gmt":"2020-01-05T20:02:44","slug":"beschreibung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/archiz.info\/?page_id=72","title":{"rendered":"Beschreibung \/ P\u00ebrshkrime"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach den\nForschungen Islamis ist mit dem Beginn der Besiedlung im 6.\/5. Jh. v. Chr. zu\nrechnen. In dieser \u201epraeurbanen\u201c Phase sei zun\u00e4chst die H\u00fcgelkuppe ummauert\nworden (Fl\u00e4che 1,36 ha). Um 300 v. Chr. soll dann die eigentliche Stadt\ngegr\u00fcndet worden sein. Nunmehr umfasste das ummauerte Areal ca. 10 ha Fl\u00e4che\nund bezog die H\u00fcgelkuppe als Akropolis mit ein. Nach einer Bl\u00fcte in\nhellenistischer Zeit sei es zu einem langsamen Niedergang der Stadt gekommen,\nbis sie in der r\u00f6mischen Kaiserzeit zur Bedeutungslosigkeit herabsank. Die\nAnlage einer kleinen sp\u00e4tantiken Nekropole <em>intra\nmuros<\/em> spricht daf\u00fcr, dass die Stadtmauer im 3.\/4. Jh. n. Chr. ihre Funktion\nverloren hatten (<em>Karaiskaj 1977\/78<\/em>). Auf\neinen solchen Bedeutungsverlust deutet auch das bei den aktuellen Grabungen\nwieder beobachtete fast vollst\u00e4ndige Fehlen kaiserzeitlich zu datierender\nFunde. <\/p>\n\n\n\n<p>Die antike\nStadtanlage \u2013 markiert von der teils erhaltenen, teils in ihrem Verlauf\nvermuteten Stadtmauer \u2013 besitzt ungef\u00e4hr die Form eines gleichschenkligen\nDreiecks, mit der Basis im Westen und der Spitze im Osten. Ihre Innenfl\u00e4che\nbetr\u00e4gt knapp 10 ha. Der westliche Bereich <em>intra\nmuros<\/em> ist fast eben (Niveau zwischen 150 und 160 m \u00fc. NN), steigt dann an\nund erreicht auf dem h\u00f6chsten Punkt der Akropolis 255 m \u00fcber dem Meeresspiegel.\nNat\u00fcrlich gesch\u00fctzt ist die Anlage im Norden und S\u00fcden durch die tief\neingeschnittenen Trockent\u00e4ler \u00c7inar und Lana; im Osten liegt eine Einsattelung.<\/p>\n\n\n\n<p>Mauern,\nT\u00fcrme und Tore<\/p>\n\n\n\n<p>Die am\nbesten bekannten Bauten der antiken Stadt sind die Stadtmauern mit T\u00fcrmen und\nToren. Die Westmauer war besonders repr\u00e4sentativ ausgestattet. Ihr erhaltener\nAbschnitt verl\u00e4uft von der NW-Ecke der Stadt geradlinig nach S\u00fcden und ist hier\nmit drei viereckigen, in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden errichteten vorspringenden\nT\u00fcrmen bewehrt. Zwischen Turm 1 und 2 befindet sich eine Schlupfpforte. Im\nS\u00fcdwesten des Stadtareals verhindern die dort stehenden modernen Geb\u00e4ude und\neine intensive landwirtschaftliche Nutzung des Terrains Aussagen zum weiteren\nVerlauf der Mauer. Das Haupttor der Stadt d\u00fcrfte sich in diesem Bereich\nbefunden haben. Die Mauerz\u00fcge im Norden und S\u00fcden der Stadtanlage (also etwa die\n\u201eSchenkel\u201c des gleichschenkligen Dreiecks) sind nur schlecht erhalten. Sie\nd\u00fcrften \u2013 besonders an der S\u00fcdseite \u2013 mit langen, teils mehrere Meter hohen\n\u201eFelsriffen\u201c zusammenfallen. Hier l\u00e4sst sich ihr Verlauf an einigen Stellen\nimmerhin an verstreut liegenden Quadern und an den Fels-Bettungen erkennen, in\ndenen die verlorenen Quader einst standen. Auch die Lage des S\u00fcd- und Nordtores\nzeigen den Verlauf der Mauer an. Besser bekannt ist der kurze \u00f6stliche\nAbschnitt der Stadtmauer. An ihrem Nordrand stand ein runder, im S\u00fcden wohl ein\nrechteckiger Turm. Das \u00f6stliche Drittel der Stadtanlage mit der Akropolis wird\ndurch eine ungef\u00e4hr von S\u00fcden nach Norden verlaufende Quermauer (<em>diateichisma<\/em>) vom gr\u00f6\u00dferen Teil der\nStadt abgegrenzt. Ihr Verlauf ist recht gut bekannt, besetzt war sie mit\nmehreren rechteckigen und einem runden Turm. S\u00fcdlich des runden Turms befand\nsich wohl ein Eingang zur Akropolis. Insgesamt drei Tore wurden bisher\nnachgewiesen, alle repr\u00e4sentieren jeweils unterschiedliche Bautypen. Das\nNordtor besitzt einen geraden Torweg, eine Flanke besteht aus nat\u00fcrlichem Fels.\nIm Verlauf der Westmauer ist nur die schon erw\u00e4hnte einfache Schlupfpforte\nnachweisbar. Eine komplexe Toranlage befand sich am S\u00fcdrand des Stadtberges,\ngenau dort, wo die Quermauer in die s\u00fcdliche Stadtumwehrung m\u00fcndet. Unterhalb eines\ngekr\u00fcmmten Korridors (bisher als \u201eS\u00fcdtor\u201c bezeichnet) konnte 2019 hier eine von\nOsten nach Westen verlaufende, schwach ansteigende Torgasse mit\nEingangssituation ausgegraben werden. Diese Gasse f\u00fchrt \u00fcber eine westlich der\nQuermauer gelegene Rampe in den oberen Bereich der Unterstadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Innenbebauung<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nInnenbebauung der Stadtanlage war bis 2017 nur rudiment\u00e4r bekannt, was v.a. der\nFokussierung der \u00e4lteren Forschung auf die Wehrarchitektur geschuldet ist.\nSeitdem konnten im Rahmen unseres Projektes zahlreiche Strukturen neuentdeckt\nund tachymetrisch erfasst werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nbesterhaltenen Bauten liegen im mittleren Hangbereich, beiderseits der\nQuermauer. Hier sind Raumfluchten einiger Wohngeb\u00e4ude (?) in Quadertechnik\nerhalten. Ebenfalls aus gro\u00dfen Quadern bestehen mehrere, meist hangparallele\nBaufluchten, bei denen auch eine Funktion als St\u00fctz-\/Terrassenmauer denkbar\nscheint. Von zwei Raumfluchten am Westhang der Akropolis haben sich hangseitig\nbis zu 2 m hohe, aus dem Fels geschlagene R\u00fcckw\u00e4nde erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>In der\nUnterstadt noch sichtbar sind \u00dcberreste eines Abwasserkanals sowie eine\neinfache \u00d6lpresse. Von besonderem Interesse sind zahlreiche, von der bisherigen\nForschung unbeachtet gebliebene Negativstrukturen im Fels. Sie konzentrieren\nsich auf die ausgedehnten Fl\u00e4chen <em>intra\nmuros<\/em>, wo der blanke Fels die Gel\u00e4ndeoberfl\u00e4che bildet. Es finden sich\nlineare und gebogene Rinnen, Gr\u00e4bchen, Quader-Bettungen und Balkenl\u00f6cher \u2013\nletztere teilweise in Reihen angeordnet. Daneben lassen sich an mehreren\nStellen Abschnitte von Felstreppen beobachten. Der am vollst\u00e4ndigsten erhaltene\nBaurest in Zg\u00ebrdhesh liegt unmittelbar oberhalb der Quermauer nahe dem\nvermuteten Zugang zur Akropolis: Es handelt sich um die \u00dcberreste einer kleinen\neinschiffigen Kirche unbekannter Zeitstellung (fr\u00fchchristlich?) (<em>vgl. Koch 1989, 135<\/em>). Der Bau besitzt\neine L\u00e4nge von etwa 10 m und ist teilweise aus Spolien errichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Baustrukturen\nau\u00dferhalb der Stadtmauern<\/p>\n\n\n\n<p>Im direkten\nUmfeld der Stadt ist mit weiteren Baustrukturen sowie mit Produktionsanlagen\n(\u00d6fen, \u00d6l- und Traubenpressen usw.) und Bestattungspl\u00e4tzen zu rechnen. Nur\nwenig ist in Zg\u00ebrdhesh davon bis heute bekannt: Von\nS. Islami werden Reste eines Steinbaus erw\u00e4hnt, der sich auf dem s\u00fcdlich der\nStadt liegenden Bergr\u00fccken befunden haben soll. Ein intensives Nachsuchen blieb\n2018 ohne Erfolg, m\u00f6glicherweise sind die \u00dcberreste beim Bau der dortigen\nBunkeranlagen zerst\u00f6rt worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nekropolen <\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Friedh\u00f6fe der antiken Stadt ist fast nichts bekannt. Sie sind in der Ebene westlich der Stadtmauer im Bereich der heutigen D\u00f6rfer Zg\u00ebrdhesh und Halil zu vermuten. Aus diesem Bereich konnten in der Vergangenheit einige Funde geborgen werden \u2013 leider undokumentiert, die m\u00f6glicherweise aus Grabkontext stammen (heute im Museum Kruj\u00eb). Ein Hinweis auf die Lage von Gr\u00e4berfeldern (entlang der wichtigen Ausfallstra\u00dfe?) ergibt sich durch den 2017 entdeckten Rundbau, bei dem es sich um ein monumentales Grab handeln d\u00fcrfte. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"790\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/archiz.info\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Zgerdheshi_Plan-Islami-790x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-110\" srcset=\"https:\/\/archiz.info\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Zgerdheshi_Plan-Islami-790x1024.jpg 790w, https:\/\/archiz.info\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Zgerdheshi_Plan-Islami-232x300.jpg 232w, https:\/\/archiz.info\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Zgerdheshi_Plan-Islami-768x995.jpg 768w, https:\/\/archiz.info\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Zgerdheshi_Plan-Islami-1186x1536.jpg 1186w, https:\/\/archiz.info\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Zgerdheshi_Plan-Islami.jpg 1242w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption><strong>Plan der antiken Stadtanlage nach den Forschungen von S. Islami. Norden ist links.<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach den Forschungen Islamis ist mit dem Beginn der Besiedlung im 6.\/5. Jh. v. Chr. zu rechnen. In dieser \u201epraeurbanen\u201c Phase sei zun\u00e4chst die H\u00fcgelkuppe ummauert worden (Fl\u00e4che 1,36 ha). Um 300 v. Chr. soll dann die eigentliche Stadt gegr\u00fcndet worden sein. 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