{"id":70,"date":"2020-01-02T20:08:17","date_gmt":"2020-01-02T19:08:17","guid":{"rendered":"http:\/\/archiz.info\/?page_id=70"},"modified":"2020-01-11T14:44:48","modified_gmt":"2020-01-11T13:44:48","slug":"forschungsgeschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/archiz.info\/?page_id=70","title":{"rendered":"Forschungsgeschichte \/ Hulumtime"},"content":{"rendered":"\n<p>Fr\u00fchere\nForschungen<\/p>\n\n\n\n<p>Die fr\u00fcheste\nErw\u00e4hnung der Ruinenst\u00e4tte verdanken wir Johann Georg von Hahn, der sie um 1850\naufsuchte (<em>Hahn 1854, 120 f.<\/em>). Einen\nersten Plan der Anlage publizierte Camillo Praschniker, der im Juni 1916 in Zg\u00ebrdhesh war (<em>Praschniker\/Schober\n1919, 29 Abb. 40<\/em>). Aufgrund der starken Vegetationsbedeckung \u2013 Praschniker\nspricht von \u201e<em>allerdichtestem Buschurwald<\/em>\u201c \u2013 ist dieser Plan allerdings sehr ungenau und nur\neingeschr\u00e4nkt nutzbar. Es dauerte anschlie\u00dfend noch \u00fcber ein halbes Jahrhundert,\nehe zum ersten Mal der Spaten angesetzt wurde: Die bisher einzigen Grabungen\nfanden 1969 und 1973 unter der Leitung von Selim Islami statt (<em>Islami 1971, 1972<\/em>). Begleitend wurden\nRestaurierungs- und Konservierungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt, die in unregelm\u00e4\u00dfigen\nAbst\u00e4nden bis in die Gegenwart fortdauern, zuletzt 2007\/2008 (<em>Papajani 1977; Bejko et al. 2007<\/em>). 2011\nwurden an zwei kleinen Testfl\u00e4chen geomagnetische Prospektionen von der\nR\u00f6misch-Germanischen Kommission des DAI vorgenommen, die jedoch keine\nnennenswerten Erkenntnisse lieferten (<em>Bunguri et al. 2011<\/em>). Die St\u00e4tte\nist touristisch unerschlossen. In den meisten \u00dcberblicken zur Arch\u00e4ologie\nAlbaniens wird sie allenfalls kurz gew\u00fcrdigt (<em>Koch 1989, 134 ff.; Cabanes 2008, 278 ff.; Ceka 2013, 170 f.<\/em>; <em>Zindel\net al. 2018, 485 ff.; Wodtke 2019, 28 ff.)<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Identifizierung\nmit <em>Albanopolis<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Als Erster\nhat J.G. von Hahn vorgeschlagen, den Platz mit dem bei Ptolemaios (Geogr. III\n13, 23) \u00fcberlieferten <em>Albanopolis<\/em>,\ndem Vorort der <em>Albanoi <\/em>in der\nr\u00f6mischen Provinz Macedonia, zu identifizieren (v. Hahn 1865, 14). Viele sind\nihm darin gefolgt (daher wird die Ruinenst\u00e4tte auf den meisten Landkarten als <em>Albanopolis<\/em> bezeichnet), andere nicht (<em>z.B.\nCabanes\/Drini 2016, 303<\/em>). Die Identifizierung bleibt umstritten, weil\nunabh\u00e4ngige Quellen (z. B. Inschriften) fehlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Planerfassung\nder sichtbaren Baustrukturen<\/p>\n\n\n\n<p>Grundlage\nf\u00fcr die Beurteilung der baulichen Strukturen in Zg\u00ebrdhesh ist immer noch der w\u00e4hrend der Grabungen S. Islamis\nerstellte Plan (Islami 1971, 25 Abb. 2). Sp\u00e4ter ist dieser Plan nur noch einmal\ngrob modifiziert worden (Cabanes 2008, 278 Abb. 2, unter Weglassung der\nBinnenstrukturen). Aus heute kaum mehr nachvollziehbaren Gr\u00fcnden sind jedoch\nzahlreiche Baustrukturen \u2013 auch gr\u00f6\u00dfere \u2013 nicht in den Plan aufgenommen worden.\nSo fehlen etwa der auff\u00e4llige \u201eTrapezbau\u201c im Zentrum der Anlage, die \u201eExedra\u201c\nund einige Abschnitte der Felstreppen. Eine Kartierung der zahlreichen\n\u201eNegativstrukturen\u201c ist gar nicht erfolgt. Eine Neuvermessung der erhaltenen\nantiken Bausubstanz erschien daher als besonders dringendes Desiderat. 2017\nwurden diese Arbeiten im Rahmen unseres Projektes in Angriff genommen und\n2018-2019 fortgesetzt. <\/p>\n\n\n\n<p>Fundbearbeitung Die Funde der Grabungen 1969 und 1973 sind gr\u00f6\u00dftenteils unver\u00f6ffentlicht. Sie werden im Depot des Instituts f\u00fcr Arch\u00e4ologie in Tirana aufbewahrt. Ebenfalls als nicht bearbeitet m\u00fcssen die heute im Museum Kruj\u00eb aufbewahrten Funde gelten, die vor dem Beginn der Ausgrabungen \u00fcberwiegend im Vorfeld der Stadt entdeckt wurden, etwa der marmorne Torso einer Artemis, ein steinerner L\u00f6wenkopf-Wasserspeier sowie ein \u201eillyrischer\u201c Helm. Vorgelegt sind lediglich die M\u00fcnzen \u2013 immerhin 220 Exemplare (<em>Islami 1975<\/em>) \u2013 sowie die Beigaben der sp\u00e4tantiken (s. o.) Bestattungen <em>intra muros<\/em> (<em>Karaiskaj 1977\/78<\/em>). Eine Neubewertung der Funde aus diesem Gr\u00e4berfeld erfolgte j\u00fcngst \u2013 <em>vor<\/em> Beginn unseres Forschungsprojektes \u2013 durch S. Veseli (<em>Veseli 2017<\/em>). <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p> <strong>Forscherpers\u00f6nlichkeiten in Zg\u00ebrdhesh<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/archiz.info\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Hahn.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-86\" width=\"351\" height=\"585\" srcset=\"https:\/\/archiz.info\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Hahn.jpg 292w, https:\/\/archiz.info\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Hahn-180x300.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 351px) 100vw, 351px\" \/><figcaption> <br><strong>Johann Georg von Hahn (1811-1869)<\/strong><br>Deutsch-\u00f6sterreichischer Balkanforscher und Diplomat. 1847-1851 k.k. Vizekonsul in Janina (Ioannina). Besuchte \u201eScurt\u00e9sche\u201c \u2013 wie er Zg\u00ebrdhesh nennt \u2013 im Rahmen seiner Forschungsreisen. Gilt als Entdecker der antiken St\u00e4tte. &nbsp;Abbildung: Wikipedia. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"205\" height=\"334\" src=\"http:\/\/archiz.info\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/praschniker2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-183\" srcset=\"https:\/\/archiz.info\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/praschniker2.jpg 205w, https:\/\/archiz.info\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/praschniker2-184x300.jpg 184w\" sizes=\"auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px\" \/><figcaption> <br><strong>Camillo Praschniker (1884-1949)<\/strong><br>\u00d6sterreichischer Arch\u00e4ologe. Besuchte die Ruinenst\u00e4tte von \u201eZgorze\u0161\u201c w\u00e4hrend einer l\u00e4ngeren Forschungsreise im Juni 1916. In seinem Bericht ist eine kurze Beschreibung der Ruinen samt Plan der sichtbaren Mauer\u00fcberreste enthalten. Foto: \u00d6AI Wien. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/archiz.info\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Islami.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-89\" width=\"344\" height=\"422\" srcset=\"https:\/\/archiz.info\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Islami.jpg 648w, https:\/\/archiz.info\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Islami-244x300.jpg 244w\" sizes=\"auto, (max-width: 344px) 100vw, 344px\" \/><figcaption> <br><strong>Selim Islami (1923-2001)<\/strong><br>Albanischer Arch\u00e4ologe. Leiter der Grabungen in Zg\u00ebrdhesh 1969 bis 1973. Verfasste mehrere, bis heute ma\u00dfgebliche Vorberichte \u00fcber seine Forschungen und publizierte einen Katalog der Fundm\u00fcnzen. Foto: S. Islami, Historia e ilireve (Tirane 2008).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fchere Forschungen Die fr\u00fcheste Erw\u00e4hnung der Ruinenst\u00e4tte verdanken wir Johann Georg von Hahn, der sie um 1850 aufsuchte (Hahn 1854, 120 f.). Einen ersten Plan der Anlage publizierte Camillo Praschniker, der im Juni 1916 in Zg\u00ebrdhesh war (Praschniker\/Schober 1919, 29 Abb. 40). 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